Gabriele Hain

Garten_Päonien-Gabriele_Hain

Die Porzellanobjekte von Gabriele Hain fokussieren das Material. Sie sind so delikat, dass man fürchtet, sie könnten mit jedem Lufthauch zerschellen und in dieser Fragilität widersetzen sie sich natürlich jedem Versuch der Beschleunigung – vor allem jeder Art schneller Annäherung, Aneignung, Konsumation oder Rezeption. Die Künstlerin schafft vorwiegend Gefäße, die so dünnwandig sind, dass sie nur mit größter Behutsamkeit betrachtet oder hochgehoben werden können, jedenfalls ohne Hast. Ihre Kunst ist das eigentliche Gegenteil von Beschleunigung, von all dem, was ich vorhin als Symptome der Speed Generation vorgestellt habe. Nichtsdestoweniger oder genau weil diese Objekte in der Speed Generation aufgetaucht sind, ist die Künstlerin mit ihren Objekten in einem funktionierenden globalen Informationsnetzwerk verankert. Ihr Publikum schätzt ihr Werk weltweit und sie ist vermutlich eine der wenigen europäischen Künstler, welche konstant nach Japan eingeladen werden, um ihre besonderen konzeptuellen Designs vor einer breiten interessierten Öffentlichkeit zu entwickeln und in vielen Symposien und Workshops zu präsentieren. Besonders ihre Gefäßskulpturen stehen für eine allumfassende Konzentration, für die kontemplative Haltung des Eintauchens in eine große Stille – eine Stille, die zu leben die Künstlerin selbst bestrebt ist und als Rahmen für ihren kreativen künstlerischen Prozess, als eine bewusste Gegenbewegung zur Schnelligkeit strukturiert. Es ist evident, dass große Stille und Konzentration notwendig sind, um diese Objekte zu schaffen, nicht zuletzt um das Scheitern ertragen zu können, dass wieder und wieder viele dieser hauchdünnen Porzellanformen im Ofen kollabieren oder zerspringen. Das fertige Objekt zelebriert die Möglichkeiten des Materials, behandelt mit äußerster Konzentration: ein radikaler Aufruf mit Vorsicht, mit Bedacht vorzugehen, zu pausieren, zu bremsen. Vielleicht sollte auch angemerkt werden, dass die Gefäße der Künstlerin auch für die globalisierte Verflechtung und Kooperation zwischen östlichen und westlichen Kunstkonzepten und -traditionen stehen. Sie bedient sich traditionell japanischer Formen, reagiert aber sehr klar und unzweideutig auf sie. Dasselbe gilt für eine westliche Perspektive. – Dr. Peter Assmann, Linz, Austria, Art Historian Director of the Palazzo Ducale, Mantua

BIO

Gabriele Hain
1955 geboren in Aigen/OÖ
Seit 1991 Werkstatt und Schauraum mit dem Maler Alois Hain in Haslach a. d. Mühl, OÖ
1975 bis 1980 Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung, Linz
1980 bis 1981 postgraduate studies in Helsinki
1981 bis 1985 artist-in-residence bei Bing & Grøndahl, Kopenhagen
1984 bis 1987 artist-in-residence bei Contemporary Porcelain, New York
2001 4. Internationaler Porzellan-Workshop KAHLA kreativ, Kahla, Deutschland
2003 artist-in-residence in Seto, Japan
2005 International Ceramic and Glass Art Festival Seto, Japan
2006 artist-in-residence in Tajimi, Japan
2010 Porcelain – Another Way, Symposium Walbrzych, Polen
2016 Heritage and Diversity, Hanyang University, Seoul, Republik Korea
2018 Taoxichuan Spring Art Fair, Jingdezhen, China

Ausgewählte Einzel- und Gruppenausstellungen seit 1997:
1997 Looshaus, Wien (EA) Kunstindustrimuseet Kopenhagen (EA)
2001 Keramik aus Österreich, Galerie Handwerk, München
2003 The Legacy of Modern Ceramic Art, Museum of Modern Ceramic Art, Gifu
2004 Faszination Porzellan, Galerie Handwerk, München
Artist-in-Residence-in-Seto, Gallery 1 One, Tokyo
2005 Artist-in-Residence-in-Seto, Seto City Art Museum
The 7th International Ceramics Competition Mino, Japan, 2005
2006 Museum of Modern Ceramic Art, Gifu (EA)
Form im Wandel, MAK, Wien
2007 Transparenz und Masse, Museum Eckernförde
Modern Ceramics from Central Europe, Museum of Modern Ceramic Art, Gifu
2008 Sakazuki, Kosmos on Your Palm, Ichinokura Sakazuki Art Museum, Tajimi
Luce³ – Light³, AbOvo Gallery, Todi
2010 Speed, Think Tank Edition 06, München, London, Bergen
Sphären,VKB-Galerie, Gmunden (EA)
2011 Porcelana inaczej 2010, Galeria Szkla i Ceramiki, Wroclaw
International Ceramic and Glass Art in the 21st Century, Seto City Art Museum, Seto
2012 In Form gegossen, Galerie Handwerk, München
Nikamo, Galerie Unart, Villach (EA)
außen grau, Neues Museum in Nürnberg
2013 Love Your Cylinder, Puls Contemporary Ceramics, Brüssel
2014 15 Jahre Kunst Vonlanthen, Chur
2015 Schwarz/Weiss, Galerie für angewandte Kunst, München
La Lampe Ceramique, Musée de Carouge, Genf
2016 Freunden sei Dank, Grassi Museum, Leipzig
2017 Keramik aus Leidenschaft, NÖDOK, St. Pölten
Glas Porzellan Ton Stein, Kunsttrafik, Steyr
Porcelain Reflections, House of Porcelain with Blue Blood, Dubi

Ausgewählte Sammlungen
MAK, Wien; Royal Copenhagen, Kopenhagen; Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg; Keramion, Frechen; Gifu Prefectural Ceramic Museum, Tajimi-City; Landesgalerie Oberösterreich, Linz; Sammlung Welle, Paderborn; Designmuseum Danmark, Copenhagen; Museum of Modern Ceramic Art Gifu, Mino; MAK, Gera; Lentos, Linz; Grassimuseum, Leipzig; Seto City Art Museum; Jingdezhen Sanbao Ceramic Art Institute Museum; Kammerhofmuseen, Gmunden; Taoxichuan Art Foundation, Jingdezhen.

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